06. Juli 2011

Studie über Einsatz von Smart Metern in Europa zeigt große Unterschiede

Die Anfang 2011 vorgestellte Studie "European Smart Metering Landscape Report", die im Rahmen des EU-Projektes "Smart Regions" entstanden ist, ist eine Bestandsaufnahme der Einführung von Smart Metern in den 27 EU-Mitgliedstaaten und Norwegen. Neben Fragen der Markteinführung werden auch die nationalen und europäischen Rahmenbedingungen zusammengetragen sowie Ausblicke auf die zukünftige Entwicklung in den Ländern gegeben.

Im Rahmen des EU-Programms „Intelligent Energy - Europe“ (IEE) wird auch das Projekt "Smart Regions" unterstützt. Es soll die Einführung und Verbreitung von innovativen Smart-Meter-Dienstleistungen wie kurzfristige Verbrauchsrückmeldungen, variable Tarife oder Lastmanagement fördern. Hierzu werden unter anderem europaweit Studien zum Einsatz und zur Verbreitung der neuen intelligenten Zähler durchgeführt.

Heterogenes Bild in Europa
Im Ergebnis der Studie, die die Entwicklung des Smart Meters in 27 EU-Mitgliedstaaten und Norwegen untersucht hat, zeigt sich aktuell ein sehr heterogenes Bild in Bezug auf die Einführung mehr oder weniger intelligenter elektronischer Zähler in Europa sowie den rechtlichen Rahmens ihres Einsatzes. Sowohl die Technologien als auch die Motive für ihre Einführung unterscheiden sich zum Teil sehr stark. Auch die Dynamik der Entwicklung dieser Technologie unterscheidet sich in den einzelnen Ländern sehr stark. Von Ländern mit einer sehr stringenten Strategie zur schnellen und umfassenden Einführung der intelligenten Zähler (z.B. Dänemark, Finnland, Frankreich) bis zu Ländern, die der Entwicklung noch abwartend gegenüber stehen (Lettland, Litauen, Luxemburg), reicht das Spektrum.

Auch hinsichtlich der Dienstleistungen, die um den Smart Meter entwickelt bzw. angeboten werden, gibt es nach der Studie große Unterschiede zwischen den Staaten - von umfangreichen Echtzeit-Informationen aus dem Zähler mit unterschiedlichen Auswertungsmöglichkeiten und Schnittstellen bis zu sehr einfachen Systemen ohne weiteren Zusatznutzen für den Energiekunden. Die Studie weist ausdrücklich darauf hin, dass ohne weitere Analyse- bzw. Informationsmöglichkeiten für den Kunden Einspareffekte durch den intelligenten Zähler nicht zu realisieren sind. Zur Marktdurchdringung und Kundenakzeptanz sind kundenorientierte Dienstleistungen in Verbindung mit dem Zähler zwingend erforderlich.

Insbesondere in den nordischen Ländern werden bereits Programme zur Lastbeeinflussung getestet, bei denen die Kunden für eine aktive Steuerung ihrer Last positive Rückmeldungen, in der Regel über niedrigere Energiekosten, erhalten. In der Studie ist ein Überblick über die verschiedenen Programme, die zu diesem Thema in den europäischen Ländern durchgeführt werden, dargestellt.

Als ein wesentlicher Treiber der Einführung von Smart Metern in Europa nennt die Studie den europäischen Rechtsrahmen. Auch im aktuellen Entwurf der Energieeffizienzrichtline, die die Energiedienstleistungsrichtlinie von 2006 ablösen wird, wird explizit auf die weitere Einführung von intelligenten Zählern gedrängt.

Einzelheiten der Studie wird Stephan Renner von der Österreichischen Energieagentur, einer der Autoren, im Rahmen der HEA-Jahrestagung am 15. September 2011 in Berlin vorstellen.


Weitere Informationen

Hartmut Kämper
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1373
E-Mail hartmut.kaemper@bdew.de

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