30. April 2010

Wohnungslüftung wird immer wichtiger

Dichte Gebäude erfordern lüftungstechnische Maßnahmen. Diese können auf sehr effiziente Weise durch Wohnungslüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung realisiert werden. Die Zahl dieser Anlagen steigt beständig und wird sich durch künftige Gesetzesvorgaben noch deutlich erhöhen. Mit dem "Planungstool Lüftungskonzept" können Hausbesitzer bzw. Bauherren leicht prüfen, ob für ihre Gebäude lüftungstechnische Maßnahme notwendig sind und welche möglichen Maßnahmen hierfür zur Verfügung stehen.

Gebäudehüllen werden heutzutage aus Gründen der Energieeinsparung fast vollkommen luftdicht ausgeführt. Hierdurch sollen im Neubau und auch bei Sanierungen die Heizwärmeverluste reduziert werden. Allerdings wird durch derart dichte Gebäude die Infiltration, also der Luftaustausch durch Fugen und Ritzen, weitgehend unterbunden. Ohne lüftungstechnische Maßnahmen entstehen in solchen Gebäuden schnell Zustände, die sowohl die Bausubstanz als auch die Gesundheit der Bewohner gefährdet.

Bei den lüftungstechnischen Maßnahmen unterscheidet man zwischen der freien und der ventilatorgestützten Lüftung. Die freie Lüftung erfolgt durch Querlüftung über Außenluftdurchlässe oder durch eine Schachtlüftung. Energiesparendere und komfortable Lösungen lassen sich durch die ventilatorgestützte Lüftung realisieren. Möglich sind hier bedarfsgeführte Abluftanlagen, die beispielsweise in Abhängigkeit von der Luftfeuchte automatisch eingeschaltet werden oder Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung, mit denen sich besonders viel Energie einsparen lässt. Laut Angaben des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) wurden 2009 in Deutschland schon 22.000 derartige Anlagen und damit 29 Prozent mehr als im Vorjahr installiert.

Gesetzliche Vorgaben und Energieeffizienz
Das Referenzgebäude der aktuellen Energieeinsparverordnung besitzt eine ventilatorgestützte Lüftung in Form einer bedarfsgeführten Abluftanlage. Schon durch diese relativ einfache Maßnahme ist eine Primärenergieeinsparung von rund einem Prozent möglich. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz lässt als Ersatzmaßnahme die Nutzung von Abwärme durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zu. Durch ein solches energieeffizientes System ist ohne weiteres eine Primärenergieeinsparung von über 15 Prozent möglich.

Bei immer besserer Wärmedämmung der Gebäude müssen zur weiteren Energieeinsparung vor allem die Lüftungswärmeverluste verringert werden. Gebäude mit hohen Ansprüchen an die Energieeffizienz, Niedrigstenergie- und Passivhäuser sind ohne Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung undenkbar.

Sowohl bedarfsgeführte Abluftanlagen als auch Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung werden von der KfW mit Zuschüssen oder zinsverbilligten Krediten gefördert.

Notwendigkeit lüftungstechnischer Maßnahmen
Ob für ein Gebäude eine lüftungstechnische Maßnahme notwendig ist und welche möglichen Maßnahmen hierfür konkret zur Verfügung stehen lässt sich auf einfache Weise mit dem "Planungstool Lüftungskonzept" ermitteln, das kostenlos von der Internetseite der HEA-Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung heruntergeladen werden kann. Dort sind darüber hinaus Listen der am häufigsten gestellten Fragen zur DIN 1946 Teil 6 und weitere wichtige Normen der Wohnungslüftung veröffentlicht.


Weitere Informationen

Alexander Sperr
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1376
E-Mail alexander.sperr@bdew.de

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