Energiehandel

Die europäischen Energiemärkte haben sich seit der Liberalisierung Ende der 1990er Jahre sehr stark entwickelt. Die Liquidität des Energiemarktes ist sowohl an den Börsen (z.B. European Energy Exchange, EEX) als auch im bilateralen Handel deutlich gewachsen. Neben den Märkten für Strom und Gas ist auch der Handel mit CO2-Emissionszertifikaten ein wichtiger Bestandteil des Energiehandels. Durch den schrittweisen Zusammenschluss nationaler Märkte zu regionalen Märkten wird der Weg zum gemeinsamen Energiebinnenmarkt bereitet. Der BDEW setzt sich für eine europaweite Harmonisierung der Marktregeln und die Weiterentwicklung eines europäischen Energiebinnenmarktes ein. Dafür ist ein klarer rechtlicher Rahmen und eine diskriminierungsfreier Zugang zur Infrastruktur notwendig.

Mit der EU-Verordnung über die Integrität und Transparenz des Energiegroßhandelsmarktes (REMIT) vom Dezember 2011 ist ein auf die Energiewirtschaft zugeschnittenes Regelwerk geschaffen worden. Der Schwerpunkt dieser Vorschriften liegt in Maßnahmen zur Verhinderung von Insider-Handel und Marktmissbrauch. Durch die verpflichtende Meldung von Handelsdaten sollen die Aufsichtsbehörden einen besseren Einblick in den Energiegroßhandel erhalten. Klare und transparente Regeln stärken das Vertrauen der Handelsteilnehmer in den Markt, sind ein Beitrag zu mehr Wettbewerb und werden von der deutschen Energiewirtschaft begrüßt.

Als Reaktion auf die Finanzkrise wurde die europäische Finanzmarktregulierung überarbeitet, die teilweise auch Auswirkungen auf den Energiehandel hat. Von Bedeutung sind dabei vor allem die Regelungen für den OTC-Derivatehandel (EMIR), der novellierten Finanzmarktrichtlinie (MiFID II), der Marktmissbrauchsrichtlinie (MAD/R) und der Eigenkapitalrichtlinie (CRD IV).

Der BDEW spricht sich für maßgeschneiderte und verhältnismäßige Regeln für den Energiehandel aus, die Transparenz, Wettbewerb und Liquidität auf den Energiegroßhandelsmärkten schaffen, ohne zu große bürokratische Hürden und Kosten zu verursachen. Zudem tritt der BDEW für eine angemessene Berücksichtigung der Besonderheiten des Energiehandels im Rahmen der Finanzmarktregulierung ein. Für den Handel von Strom und Gas sollten auch zukünftig Regeln gelten, welche die energiewirtschaftlichen Spezifika berücksichtigen.

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