30. März 2012

Familie unterzieht "Effizienzhaus Plus" des BMVBS dem Praxistest

Effizienzhaus Plus in Berlin, Quelle: BMVBS

Seit der Fertigstellung Ende 2011 konnte das "Effizienzhaus Plus" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) in Berlin besichtigt werden. Im Gegensatz zu Vorgängerprojekten versorgt dieses Gebäude direkt Elektrofahrzeuge und wird im realen Betrieb durch eine Familie getestet, die im März 2012 eingezogen ist.

Der Anteil von Gebäuden und Verkehr am Endenergieverbrauch beträgt zusammen 70 Prozent. Dies birgt ein enormes Einsparpotenzial. Das Effizienzhaus Plus des BMVBS kombiniert energieeffizientes Wohnen und Elektromobilität und konnte knapp drei Monate lang an zentraler Stelle in Berlin besichtigt werden. Anfang März ist nun eine vierköpfige Familie eingezogen, die das Gebäude einem 15-monatigen Praxistest unterziehen soll.

Auf 130 Quadratmetern Wohnfläche finden sich die neuesten technischen Errungenschaften auf dem Gebiet der Energieeffizienz. Dank Fotovoltaik auf Dach und Fassadenflächen produziert das Haus mehr Strom, als seine Bewohner verbrauchen. Die Energie, die das Haus erzeugt, wird in Hochleistungsbatterien gespeichert und unter anderem dazu genutzt, die Elektrofahrzeuge an der hauseigenen Ladestation zu "betanken". Die gute Wärmedämmung der Gebäudehülle sowie eine optimierte Gebäudetechnik mit Wärmepumpe, intelligenter Regelungstechnik und Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung minimieren die bei herkömmlicher Bauweise üblichen Wärmeverluste. Das Berliner Effizienzhaus Plus erzeugt im Jahr rund 17 Megawattstunden (MWh) Strom, davon werden etwa 10 MWh für Heizen, warmes Wasser und Haushaltsstrom benötigt, 6 MWh für Autos und Elektrofahrräder. Die darüber hinaus erzeugten Überschüsse an Strom können in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist werden.

Die gesamte Haustechnik läuft im Technikraum zusammen, der sich im Kern des Hauses befindet. Die Bewohner besitzen über zwei Touchpanels sowie über Smartphones umfangreiche Möglichkeiten zur Visualisierung und Steuerung der Technik. Sie können beispielsweise vorgeben, wann sie die Fahrzeuge nutzen und welche Strecken sie fahren möchten. Ein Regelungssystem ermittelt dann eine optimale Ladestrategie für die Elektroautos. Basierend auf dem Wetterbericht passt das Haus zudem seinen Energiehaushalt und die Nutzung des Batteriespeichers an.

Neben dem niedrigen Energieverbrauch und den geringen CO2-Emissionen, die das Haus der Zukunft auszeichnen, ist es außerdem beinahe vollständig wiederverwertbar. Beim Bau wurde auf das Verkleben einzelner Schichten und verschiedener Bauteile weitgehend verzichtet. Dies ermöglicht einen einfachen Rückbau und anschließendes Recycling der verschiedenen Materialen. Sogar Gebrauchsgegenstände und Möbel sind größtenteils wiederverwertbar.

Die Familie berichtet über ihre Erfahrungen mit dem Haus laufend in einem Internet-Blog.


Weitere Informationen

Alexander Sperr
Geschäftsbereich Energieeffizienz
Telefon 0 30 / 300 199-1376
E-Mail alexander.sperr@bdew.de

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