30. März 2012

IEU-Studie: Heizungsmodernisierung anstoßen mit Aufklärung der Haushalte über tatsächliche Kosten und Einsparmöglichkeiten

Für eine Modernisierung der Heizung sind Kostengründe das entscheidende Motiv. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag der "Initiative Erdgas pro Umwelt" (IEU) unter Eigentümern von selbstgenutzten Wohnimmobilien. Im Verlauf des Entscheidungsprozesses in den Haushalten verliert das Motiv "Klimaschutz" an Relevanz, während die Kostenersparnisse entscheidender werden. Knapp 70 Prozent der Befragten gaben an, eine Heizungsmodernisierung in erster Linie aus Kostengründen vorzunehmen. Gleichzeitig werden die tatsächlichen Kosten überschätzt. Fazit: Durch gezielte Berichterstattung und direkte Ansprache von Haushalten kann das Bewusstsein gestärkt werden, dass sich entsprechende Investitionen schneller als gedacht amortisieren.

Für den "IEU-Modernisierungskompass 2012" hat das Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) über 1.000 Personen telefonisch zum Thema Heizungsmodernisierung interviewt. Anlass war die Frage "Warum tauschen selbstnutzende Eigentümer von Wohnimmobilien alte Heizungen nicht aus, obwohl diese bereits sehr oder zu alt sind, ein Austausch wirtschaftlich interessant ist und dadurch sowohl der Energieverbrauch als auch die Emission von CO2 verringert werden kann?"

Neben dem Vorrang wirtschaftlicher Motive für die Heizungsmodernisierung zeigte sich ein ausgeprägter Zusammenhang zwischen einem Defekt der Heizungsanlage und den Suchaktivitäten, die ein Haushalt entfaltet. Häufig setzen sich Haushalte nur dann mit dem Austausch einer alten Heizungsanlage auseinander, wenn die Heizung auszufallen droht bzw. schon defekt ist.

Analysiert wurden die Entscheidungssituation, in der sich Haushalte im Hinblick auf den Austausch der Heizungsanlage befinden, und die für die Entscheidung relevanten Aspekte. Befragt wurden ausschließlich Haushalte, die einen Heizkessel besitzen, der zwölf Jahre oder älter ist.

Je nachdem, wie intensiv sich die Haushalte mit dem Thema auseinandersetzen und wie entschlossen sie eine Umsetzung angehen, teilt die Studie in vier „Modernisierungstypen“ ein: Modernisierer, Aktiver Modernisierer/Planer, Nicht-Modernisierer und Desinteressierte.

Die Studie zeigt, dass die persönliche Situation eines Haushaltes wesentlichen Einfluss auf die Modernisierungsentscheidung hat:

  • Alter der Eigentümer: Je höher das Alter, desto weniger setzen sich die Eigentümer mit dem Austausch der Heizungsanlage auseinander, solange kein Defekt vorliegt.
  • Einkommen: Das durchschnittliche Nettoeinkommen von Haushalten, die bereits modernisiert haben oder dies in Zukunft planen, ist rd. 15 bis 20 Prozent höher als das Einkommen der Nicht-Modernisierer und Desinteressierten.
  • Finanzierung der Heizung: Der Austausch der Heizungsanlage wird meistens vollständig aus Erspartem bezahlt. Eine teilweise oder vollständige Kreditfinanzierung findet seltener statt. Dies erhöht die Bedeutung des Einkommens für die Modernisierungsentscheidung.
  • Kenntnisse über Kosten der Modernisierung: Viele Haushalte überschätzen die Kosten für den Austausch der Heizung, häufig sogar um den Faktor 2. Sie erwarten doppelt so hohe Kosten, wie oftmals tatsächlich zum Beispiel für eine moderne Erdgas-Brennwertheizung anfallen.
  • Relevanz der eigenen Heizkosten: Erstaunlich ist, dass die Verringerung der Kosten für die Beheizung des Wohnraums zwar als wichtiges Motiv benannt wird, die konkrete Höhe der Heizkosten sowohl absolut als auch relativ zur Höhe des Einkommens keine Rolle spielt.
  • Haushaltsgröße: Das Interesse an einer Heizungsmodernisierung und die generelle Auseinandersetzung mit dem Thema Energieeinsparung nehmen mit steigender Haushaltsgröße zu. Ein-Personen-Haushalte befassen sich deutlich seltener mit einem Austausch ihres Heizungssystems als Mehr-Personen- und insbesondere Familienhaushalte.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass durch gezielte Berichterstattung und Ansprache von Haushalten zukünftig ein Bewusstsein entstehen kann, dass sich die Investitionen in eine neue Heizungsanlage lohnen und innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes rechnen.

So wird beispielsweise empfohlen, den Haushalten über die Medien zielgenauere Informationen über die positiven Effekte des Austausches eines Heizungslage, die anfallenden Kosten und den konkreten Aufwand zur Verfügung zu stellen oder die konkreten Einsparmöglichkeiten bekannt und nachvollziehbar zu machen.

Mit diesen Maßnahmen kann es gelingen, jenen Teil der Haushalte, die derzeit keinen Austausch einer über zwölf Jahre alten Heizungsanlage vornehmen wollen, von den positiven Effekten dieser Maßnahme zu überzeugen. 70 Prozent der Befragten wollen ihre Heizung nicht in naher Zukunft modernisieren, obwohl diese bereits älter als zwölf Jahre ist.

Der Modernisierungskompass 2012 steht als vollständige Studie ebenso wie in der Zusammenfassung unter "Anlagen und Materialien" sowie auf der IEU-Website zum Download bereit.

In Vorbereitung ist die IEU-Aktion für Heizungsmodernisierung "Ich mach‘ das jetzt", die die Energieunternehmen auch lokal zusammen mit ihren Marktpartnern einsetzen können.


Weitere Informationen

Catrin Feldhege
Geschäftsbereich Vertrieb, Handel und gasspezifische Fragen
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