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L-H-Gas Marktraumumstellung

Die Erdgasmengen der heimischen Fördergebiete und die niederländischen Importe spielen seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle bei der Erdgasversorgung. Die mit L-Gas versorgten Gebiete Nordwestdeutschlands werden zuverlässig mit dem Energieträger Erdgas beliefert. Seit längerer Zeit laufen die Planungen von Seiten der Gaswirtschaft, um für die zukünftigen und absehbaren Veränderungen in der Erdgasversorgung der L-Gas-Gebiete gut vorbereitet zu sein. Der BDEW unterstützt die Unternehmen bei der Marktraumumstellung durch eine enge Begleitung bei Planung, Koordination und Informationsweitergabe. Für eine kontinuierliche Information der Mitgliedsunternehmen wurde diese Themenbox auf der Homepage des BDEW eingerichtet. Hier werden alle relevanten Informationen zur Marktraumumstellung zur Verfügung gestellt.

In Deutschland werden derzeit zwei verschiedene Arten von Erdgas verwendet. Zum einen wird das sogenannte H-Gas (von engl. high calorific gas, Erdgas mit hohem Energiegehalt) und zum anderen das sogenannte L-Gas (von engl. low calorific gas‚ Erdgas mit niedrigerem Energiegehalt) als Energieträger genutzt. H-Gas wird von Lieferanten aus unterschiedlichen Ländern bezogen und ist auch zukünftig in großen Mengen vorhanden. Die genutzten L-Gas-Mengen stammen aus der heimischen Produktion und aus Lieferungen aus den Niederlanden. Die Netze mit den unterschiedlichen Gasqualitäten werden abgetrennt voneinander betrieben. Die rückläufigen L-Gas-Produktions- und Liefermengen geben einen Zeithorizont der Marktraumumstellung vor. Heute ist absehbar, dass voraussichtlich bis 2030 L-Gas aus den Niederlanden importiert werden kann. Für die Marktraumumstellung bleiben also noch etwa 14 Jahre.

Das erste Gebiet, in dem eine Umstellung auf H-Gas umgesetzt wurde, war die Stadt Schneeverdingen im Jahr 2015. Es folgt im Jahr 2016, laut Netzentwicklungsplan Gas (NEP 2016), die Region Walsrode/Fallingbostel. In den nachfolgenden Jahren werden zunehmend größere Gebiete (und damit verbunden mehr Geräte) umgestellt. Die Reihenfolge, in der die einzelnen L-Gas-Netzbereiche auf die neue Erdgasqualität umgestellt werden, ist im jeweils aktuellen NEP für die einzelnen Gebiete ausgewiesen.

In der KoV IX ist geregelt, dass die betroffenen Netzbetreiber spätestens 2 Jahre und 8 Monate vor dem voraussichtlichen Umstellungszeitraum einen Umstellungsfahrplan mit den direkt nachgelagerten Netzbetreibern vereinbaren. Hier sind verbindliche Maßnahmen und zeitliche Reihenfolge berücksichtigt sowie verbindliche Termine für einen Umstellungsbereich festgelegt. Der BDEW begleitet die Marktraumumstellung und deren umfangreiche Planung mit den Mitgliedsunternehmen sehr eng. Eine Beschreibung der technischen Umstellung und Koordination zwischen den FNB und VNB (Gas) findet innerhalb der Abstimmung zwischen den Verbänden BDEW, VKU und GEODE statt. Die entwickelten Prozesse wurden erstmals in die Version 7 der Kooperationsvereinbarung Gas eingebracht und werden nun kontinuierlich weiterentwickelt. Damit wird die Koordination zwischen den vor- und den nachgelagerten Netzebenen sichergestellt.

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