19. März 2012

ZDF-WISO zu Uran im Grundwasser

Das ZDF-Magazin WISO wird heute (19. März 2012) ab 19.25 Uhr das Thema "Uran in Düngemitteln" laut Programmankündigung auch mit Blick auf eine mögliche Gefährdung des Grundwassers aufgreifen. In der Ankündigung der Redaktion heißt es, Uranwerte in Düngemitteln seien bis zu 27 Mal höher als der empfohlene Grenzwert. ZDF-WISO zitiert einen Wissenschaftler der Jacobs University Bremen, wonach sich "Uran in die tieferen Bodenschichten und auch ins Grundwasser verlagern" könne. Der BDEW hat seinen Mitgliedsunternehmen vor diesem Hintergrund Informationen zur Thematik "Uran" zusammengestellt.

Der BDEW weist darauf hin, dass im Rahmen der Novelle der Trinkwasser-Verordnung (TVO) 2011 ein Uran-Grenzwert von zehn Mikrogramm je Liter auch gesetzlich verankert wurde. Die Wasserwirtschaft im BDEW hat diesen Grenzwert ausdrücklich im Sinne des Gesundheitsschutzes begrüßt. Die Anforderungen an die Beschaffenheit des Trinkwassers orientieren sich an diesem Grenzwert, der einen unbedenklichen Genuss für die Bürger gewährleistet.

Bei in der Vergangenheit vereinzelt festgestellten Grenzwertüberschreitungen bei Kleinstversorgern, die nicht im BDEW und DVGW vertreten sind, haben sich - wie in Bayern - die zuständigen Gesundheitsbehörden eingeschaltet. Aus Sicht der Gesundheitsbehörden lag zu keiner Zeit eine Gefährdung der Verbraucher vor.

Mit dem Grenzwert von zehn Mikrogramm ist Deutschland Vorreiter in der Europäischen Union. Der vom Bundesgesundheitsministerium und dem Umweltbundesamt (UBA) empfohlene und in die novellierte TVO aufgenommene Wert entspricht dem Stand von Wissenschaft und Technik. Die WHO empfiehlt seit dem Jahr 2011 im Gegensatz dazu einen Wert von 30 Mikrogramm pro Liter als (unverbindlichen) Leitwert.

Über das Thema "Uran und Trinkwasser" informiert auch die UBA-Publikation "Rund um das Trinkwasser" auf den Seiten 68 bis 71.

Grundsätzlich fordert die Wasserwirtschaft im BDEW die Anwendung des Verursacher- und Vorsorgeprinzips auch bei Düngemitteln, um zusätzliche Belastungen von Böden und Gewässern zu vermeiden. Der Entwurf für die anstehende Novellierung der Düngemittelverordnung ist mit Blick auf die Vermeidung von Belastungen der Düngemittel mit Uran bisher unzureichend. Die geplante Neufassung der Verordnung setzt die EU-Nitratrichtlinie und die EU-Wasserrahmen-Richtlinie nicht vollständig um. Der BDEW fordert daher die vollständige Umsetzung der beiden EU-Richtlinien in deutsches Recht.


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Anlagen und Materialien

BDEW extra Information Wasserwirtschaft 6/2012
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