01. Juni 2012

"Märkte von Morgen" Schwerpunkt des BDEW-Kongresses vom 26. bis 28. Juni in Berlin

Unter dem Motto "Märkte von Morgen - Zwischen Wettbewerb und Regulierung" findet vom 26. bis 28. Juni der BDEW-Kongress 2012 in Berlin statt. Der BDEW stellt die Frage nach dem Wettbewerb in einem Leitsystem erneuerbarer Energien in den Mittelpunkt seiner Jahresveranstaltung. Zu den prominenten Rednern zählen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Bundesminister Philipp Rösler und Annette Schavan sowie der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel. Zudem ist Energiekommissar Günther Oettinger für einen Vortrag angefragt.

Zum Branchentreff vom 26. bis 28. Juni werden mehr als 1.300 Vertreter aus Unternehmen, Politik, Wissenschaft und Verbänden im Hotel InterContinental erwartet. Merkel und Gabriel werden am ersten Kongresstag (27.6.) sprechen, Rösler und Schavan am zweiten (28.6.).

Als Leitmotiv steht "Märkte von Morgen - Zwischen Wettbewerb und Regulierung" über dem BDEW-Kongress 2012. Der deutsche Markt für Strom und Gas hat seit Beginn der Liberalisierung eine steile Lernkurve hinter sich. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland bei Marktöffnung und Wettbewerbsintensität inzwischen eine Spitzenposition ein. Aber neue Herausforderungen bestimmen jetzt das Bild: Bis zum Jahr 2030 sollen erneuerbare Energien 50 Prozent des Stroms liefern. Für die Branche bedeutet das einen massiven Umbauprozess, der einen entsprechenden politischen Rahmen benötigt. Wie wird dieser aussehen? Erdgas als fossiler Energieträger mit den geringsten spezifischen Kohlendioxidemissionen wird von der Politik immer noch zu wenig beachtet. Welche Weichen muss die Politik hier stellen?

Mit dem Thema "Markt oder Staat - worauf bauen wir das Energiesystem der Zukunft?" befasst sich die erste Podiumsdiskussion am 27. Juni 2012 unter Moderation von Dunja Hayali (ZDF). Michael G. Feist (Stadtwerke Hannover), Jochen Homann (Bundesnetzagentur), Michael Köhler (Europäische Kommission), Holger Krawinkel (Verbraucherzentrale Bundesverband), Peter Terium (RWE) und Hugo Wiemer (Gas-Union) beschäftigen sich mit einem effizienten Energiesystem der Zukunft. Vor zehn Jahren stand in Europa die Liberalisierung der Energiemärkte hoch im Kurs. Heute werfen politische Ziele wie der Umbau der Energieversorgung zu einem Leitsystem erneuerbarer Energien grundsätzliche Fragen nach der Vereinbarkeit mit dem Wettbewerbsgrundsatz auf. Wie könnte eine staatliche Förderung aussehen, die genügend Spielraum für unternehmerisches Handeln und innovative Technologien lässt? Kapazitätsmärkte oder "Energy only" - sehr unterschiedliche Modelle sind in der Diskussion.

Mit der Energieerzeugung in der Wende wird sich unter der Moderation von Ulrich Meyer (SAT.1) die zweite Podiumsdiskussion befassen. Größte aktuelle Herausforderung bleibt die Komplexität des Gesamtsystems, in dem ein wesentlicher Teil durch Energieträger bereitgestellt wird, deren Stromeinspeisung stark schwankt. Bernhard Beck (Belectric Solarkraftwerke), Jean-Francois Cirelli (GDF Suez), Henning R. Deters (Gelsenwasser), Regine Günther (WWF), Tuomo Hatakka (Vattenfall Europe) und Michael Süß (Siemens) entwickeln eine Vision für ein grundlegend neues Versorgungssystem.

Die Debatte um die Energiewende polarisiert häufig zwischen zentral und dezentral. Ob dies tatsächlich ein gegenläufiger Trend ist oder vielmehr eine gemeinsame Perspektive bietet, analysieren Georg Müller (MVV), Rolf Martin Schmitz (RWE) und Ewald Woste (Thüga) unter Moderation von Andreas Mihm im FAZ-Gespräch.

Der Abend bietet dann - auf Einladung von der Gas-Union - Gelegenheit zum zwanglosen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Energie- und Wasserwirtschaft im bekannten Berliner Club Spindler & Klatt mit reizvoller Lage am Spreeufer.

Der zweite Kongresstag greift die aufgeworfenen Fragen auf und diskutiert sie im Detail. Am Morgen des 28. Juni werden in fünf Panels die Themen Schlüsselfaktor Netz, Energieeffizienz im Markt, industrielle und private Investments für die Energiewende, die Zukunft des EEG und neue Geschäftsfelder parallel erörtert.

Henning Krumrey (Wirtschaftswoche) befragt danach Ottmar Edenhofer (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) zum europäischen Emissionszertifikatehandel: Hohe Erwartungen wurden bei der Einführung an dieses Instrument geknüpft. Vor dem Hintergrund des Preisverfalls in den letzten anderthalb Jahren ist in Europa eine Debatte um die Zukunft dieses Instrumentes entbrannt. Kann der europäische Zertifikatehandel uns vor dem Klimakollaps retten?

Bei allen Kontroversen um die Energiewende - das Thema ist in der deutschen Gesellschaft angekommen und wird breit diskutiert. Obwohl weitgehend Einigkeit über die Notwendigkeit von Klimaschutz besteht, ruft auch der Ausbau von regenerativen Erzeugungsanlagen und Stromnetzen viele Bedenken und Widerstände hervor. Neue Technologien wie Carbon Capture and Storage (CCS) werden häufig abgelehnt. Mit dem Bürgerdialog ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen neuen Weg gegangen. Auf den acht Bürgerkonferenzen und in 22 lokalen Bürgerwerkstätten sowie in den fast 10.000 Beiträgen im Internet wurde deutlich, wie hoch das Interesse der Bürger ist. Auf dem BDEW-Kongress ziehen Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Stefan Kohler (dena) ein Fazit und machen deutlich, was jetzt getan werden muss. Von Erfahrungen mit einem ganz anderen Infrastrukturprojekt kann Klaus Grewe (Olympic Delivery Authority London) berichten: London hat es bei der Vorbereitung der Olympischen Spiele geschafft, die skeptischen Anwohner von umfangreichen Modernisierungen zu überzeugen. Sind solche Erfahrungen auf die Energiewende übertragbar?

Eröffnet wird der BDEW-Kongress 2012 am Abend des 26. Juni mit der traditionellen Auftaktveranstaltung in der begleitenden Fachausstellung. Im Anschluss an das Branchentreffen findet am 28. Juni 2012 um 15:00 Uhr die 3. Ordentliche BDEW-Mitgliederversammlung auf statt (auf besondere Einladung).

BDEW-Mitglieder können zum halben Preis am BDEW-Kongress teilnehmen. Studenten bietet die "Initiative Studentenpatenschaften" die Möglichkeit, erste Kontakte in die Branche zu knüpfen. Weitere Informationen über den BDEW-Kongress 2012 (Programm, Anmeldung, Informationen zu dem unterstützten Charity-Projekt) stehen auf der BDEW-Website zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.


Weitere Informationen

aus dem Geschäftsbereich Kommunikation

Silvia Kemp
Telefon 0 30 / 300 199-1166
E-Mail silvia.kemp@bdew.de

Birgit Heinrich
Telefon 0 30 / 300 199-1169
E-Mail birgit.heinrich@bdew.de

BDEW-Kongress-Infoline 0 30 / 284 494-176
E-Mail kongress@bdew.de

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Anlagen und Materialien

zum BDEW Kongress 2012