05. Februar 2013

Primärenergieverbrauch 2012 leicht gestiegen

Im Jahr 2012 betrug der Primärenergieverbrauch in Deutschland nach vorläufigen Daten der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 13.512 Petajoule (PJ) oder 461,1 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Er lag damit trotz nachlassender Konjunktur geringfügig um 0,8 Prozent über dem Vorjahreswert (2011: 13.412 PJ). Gründe dafür waren die im Vergleich zu 2011 kühlere Witterung sowie der Schalttag im Jahr 2012. Verbrauchsdämpfend wirkten Faktoren wie die zunehmende Energieeffizienz.

Die gegenüber dem Vorjahr vor allem im Februar und April kühlere Witterung ließ den Erdgasverbrauch in der Wärmeversorgung steigen. Der Einsatz zur Stromerzeugung in den Kraftwerken der allgemeinen Stromversorgung lag hingegen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt stieg der Erdgasverbrauch 2012 um etwa ein Prozent auf 2.835 PJ (96,7 Mio. t SKE). Der Anteil des Erdgases am inländischen Primärenergiemix blieb mit 21,0 Prozent stabil (Vorjahr 20,9 Prozent).

Im Zuge des Ausstiegsbeschlusses sank die Stromerzeugung der Kernkraftwerke um 8,3 Prozent. Der Beitrag der Kernenergie zur Deckung des Primärenergieverbrauchs fiel damit auf 8,0 Prozent. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern nahm 2012 um 9,3 Prozent auf 135 Mrd. Kilowattstunden (kWh) zu. Die Windkraft verzeichnete gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 5,9 Prozent. Die Wasserkraft wuchs um 16,0 Prozent. Die Stromerzeugung der Photovoltaikanlagen legte um 43,0 Prozent zu. Strom aus Regenerativanlagen deckte damit den Brutto-Inlandsstromverbrauch zu 22,7 Prozent ab. Der Stromaustauschsaldo schloss nach ersten Schätzungen mit einem deutlich angestiegenen Ausfuhrüberschuss von ca. 23 Mrd. kWh ab.

Anteile der Energieträger zur Deckung des Primärenergieverbrauchs
Der Mineralölverbrauch lag 2012 mit 4.513 PJ (154 Mio. t SKE) geringfügig unter dem Wert des Vorjahres. Der Absatz von leichtem Heizöl blieb stabil. Der Anteil des Mineralöls am Primärenergieverbrauch sank leicht auf 33,3 Prozent (Vorjahr 33,9 Prozent). Mineralöl lieferte damit weiterhin den bei weitem größten Beitrag zur Deckung des deutschen Primärenergieverbrauchs.

Der Verbrauch von Steinkohle wuchs um 3,1 Prozent auf 1.671 PJ (57,0 Mio. t SKE). Diese Entwicklung ist vor allem auf einen gestiegenen Einsatz zur Strom- und Wärmeerzeugung zurückzuführen. Die Nachfrage der Stahlindustrie nach Koks und Kohle ging um mehr als vier Prozent zurück. Der Beitrag der Steinkohle zur Deckung des Primärenergieverbrauchs stieg 2012 leicht auf 12,4 Prozent (Vorjahr 12,1 Prozent).

Der Verbrauch von Braunkohle stieg um etwa fünf Prozent auf 1.642 PJ (56,0 Mio. t SKE). Wesentlichen Einfluss auf diese Zunahme hatte die Inbetriebnahme von drei neuen Kraftwerksblöcken. Bis Ende 2012 gingen im Gegenzug mehrere Altanlagen vom Netz, so dass der Einsatz von Braunkohle zur Stromerzeugung im Jahr 2013 wieder sinken wird. 2012 betrug der Anteil der Braunkohle am Primärenergieverbrauch Deutschlands durch diesen Sondereffekt 12,2 Prozent (Vorjahr 11,6 Prozent).

Die Nutzung erneuerbarer Energien insgesamt stieg 2012 um 7,8 Prozent. Die Erneuerbaren deckten damit den inländischen Primärenergieverbrauch zu 11,7 Prozent ab (2011: 10,9 Prozent).

Ausführliche Informationen zur Entwicklung des Primärenergieverbrauchs 2012 sind auf den Internetseiten der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen zu finden.


Weitere Informationen

Diplom-Wirtschaftsmath. (FH) Florentine Kiesel
Geschäftsbereich Strategie und Politik
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