05. September 2017

Praxisbeispiel

Trocknung und Wärme - Energie aus Gas doppelt genutzt

Was hat eine Fabrik mit einem Klassenzimmer zu tun? Im fränkischen Miltenberg eine ganze Menge: Dort wird ab dem kommenden Herbst eine Schule indirekt mit Abwärme einer Papierfabrik beheizt. Der Primärenergieträger ist Erdgas. So geht Effizienz in einer Kommune.

Der Name "Fripa" mag vielleicht nicht jedermann geläufig sein. Doch es ist ausgesprochen wahrscheinlich, dass Sie schon einmal ein Produkt dieses Mittelständlers in der Hand hatten. In Miltenberg am Main produziert die Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG, dies der vollständige Name des Unternehmens, seit fast siebzig Jahren Hygienepapiere wie Toilettenpapiere, Küchentücher, Einmalhandtücher und Servietten, Taschen- und Kosmetiktücher und Medizinalrollen.

Die Papierherstellung erfordert verhältnismäßig viel Energie. Seit Jahren setzt man in Miltenberg auf Energieeffizienz und Ressourcenschonung: 2009 wurde eine hochmoderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Betrieb genommen. Kernstück der Anlage ist eine mit Erdgas betriebene Gasturbine. Sie produziert 2/3 des Strombedarfes der Papierfabrik. Das Abgas wird in einen Dampferzeuger geleitet, der den für die Papiertrocknung erforderlichen Dampf herstellt. Die Energiezentrale hat einen Wirkungsgrad von etwa 80 Prozent. Sie senkt nicht nur die Energiekosten des Unternehmens: Das Kraftwerk reduziert gleichzeitig den Ausstoß von CO2 um 17.000 t pro Jahr. In Miltenberg geht man hinsichtlich der Effizienz noch einen großen Schritt weiter: Ebenfalls mit Erdgas wird bis zu 500° C heiße Luft erzeugt, um die Papierbahnen zu trocknen. Am Ende dieses Prozesses ist der Luftstrom immer noch warm genug, um die Produktionshallen zu heizen. Und selbst danach ist noch Wärmeenergie übrig, die viel zu schade wäre, um sie einfach in die Umgebung abzulassen. So kam es zu einer Partnerschaft mit dem Landkreis: Künftig werden nahe gelegene Schulen indirekt mit der Abwärme aus der Papiertrocknung beheizt. Den Anfang macht ab dem kommenden Herbst das örtliche Gymnasium; eine Real- und eine Förderschule werden folgen.

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Anlagen und Materialien

Gasturbine Fripa (jpg)

Quelle: Fripa

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