Die BDEW-Veröffentlichung „Konjunktur und Energieverbrauch“ enthält zahlreiche aktuelle Monatsdaten, Fakten und Charts zur konjunkturellen Entwicklung, Strom-, Gas- und Fernwärmeverbrauch, Erzeugung von Strom und Fernwärme und den Preisentwicklungen im Großhandelsmarkt für Strom und Gas sowie der CO2-Preise im Emissionshandel.
- Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verzeichnete für das erste Quartal 2026 leichtes Wachstum in Höhe von 0,3 %, fürs laufende Jahr prognostiziert der Sachverständigenrat 0,5 %.
- Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe nahm im März insgesamt leicht zu, in der Automobilindustrie und in den energieintensiven Industriezweigen waren ebenfalls Zuwächse zu verzeichnen.
- Der Stromverbrauch in Deutschland betrug im April 40,1 Mrd. kWh und lag damit sowohl kalendermonatlich als auch normalarbeitstäglich 0,8 % über Vorjahresniveau. Der Anteil der Erneuerbaren Energien lag im April bei 63 %.
- Die Stromerzeugung lag im April 5,9 % über dem Wert des Vorjahresmonats, was vor allem auf die Windenergieanlagen auf See (+68,8 %) und an Land (+33,4 %) zurückzuführen ist. Die Erzeugung aus fossilen Energieträgern insgesamt war mit -6,2 % rückläufig.
- Der Stromaustauschsaldo zeigte sich im April mit +0,3 Mrd. kWh in etwa ausgeglichen.
- Im April 2026 wurden in Deutschland ersten Zahlen zufolge 64,6 Mrd. kWh Erdgas verbraucht. Das ist ein Verbrauchszuwachs von 7,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.
- Per Saldo wurden im April 10,7 Mrd. kWh Erdgas in die Erdgasspeicher eingespeichert. Am Monatsende waren die Speicher mit 63,7 Mrd. kWh befüllt, was einem Füllstand von 25,7 % entspricht.
- Im Februar 2026 wurden nach vorläufigen Daten 15,8 Mrd. kWh Fernwärme (einschließlich Fernkälte) verbraucht, 6,1 % weniger als im Vorjahresmonat.
- Die Termin- und Spotmarktpreise Gas sind in Folge des Iran-Kriegs und der Schließung der Straße von Hormus deutlich gestiegen, jedoch im April im Vergleich zum März leicht rückläufig. Auch die Strompreise gehen an beiden Märkten im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück. Die CO2-Zertifikatspreise haben seit Jahresbeginn deutlich nachgegeben.
Sonderthema dieses Berichts sind die Entwicklung der Haushalts-Endkundenpreise in Folge des Iran-Kriegs. Die Neutarife für Gaskunden zeigen eine moderate Steigerung, während Neutarife für Strom kaum eine Änderung zeigen. Die Auswirkungen sind in ihrem Ausmaß bisher nicht mit dem Beginn des Ukraine-Kriegs zu vergleichen.