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PFAS im Rohwasser: Der Fall Rastatt und seine Lösungen

Wie die Stadt­wer­ke Rastatt die Trink­was­ser­ver­sor­gung nach einem PFAS-Fund sichern konnten. Auszug aus dem vom BDEW be­auf­trag­ten Hand­lungs­leit­fa­den.

Rheinauen in der Nähe von Rastatt

© Thomas Marx / Shutterstock

Im Jahr 2012 ent­deck­ten die Stadt­wer­ke Rastatt (Ba­den-Würt­tem­berg) eine er­heb­li­che PFAS-Be­las­tung ihres Grund­was­sers – ausgelöst durch un­sach­ge­mä­ße land­wirt­schaft­li­che Nutzung von PFAS-hal­ti­gem Kompost. Diese Kon­ta­mi­na­ti­on betraf über 170 Millionen Ku­bik­me­ter Grund­was­ser – eine Fläche, die der des Starn­ber­ger Sees ent­spricht.
Die Folgen waren gra­vie­rend: Ein Was­ser­werk musste dauerhaft still­ge­legt, andere mit auf­wän­di­ger Technik nach­ge­rüs­tet werden. Die Kosten der Sa­nie­rungs­maß­nah­men belaufen sich bis heute auf über 24 Millionen Euro.

Maßnahmen zur Sicherung der Trink­was­ser­ver­sor­gung

Die Stadt­wer­ke Rastatt haben ein um­fas­sen­des Maß­nah­men­pa­ket umgesetzt, um die Trink­was­ser­ver­sor­gung si­cher­zu­stel­len und künftige Be­las­tun­gen zu mi­ni­mie­ren:

  • Still­le­gung kon­ta­mi­nier­ter Was­ser­wer­ke: Das am stärksten belastete Was­ser­werk Nie­der­bühl wurde dauerhaft außer Betrieb genommen.
  • Einbau von Ak­tiv­koh­le­fil­tern: Zwei ver­blei­ben­de Was­ser­wer­ke wurden mit hoch­mo­der­nen Ak­tiv­koh­le­fil­tern aus­ge­stat­tet, um PFAS effektiv aus dem Wasser zu entfernen.
  • Er­rich­tung neuer Grund­was­ser­mess­stel­len: 35 Mess­stel­len helfen, die Belastung kon­ti­nu­ier­lich zu über­wa­chen.
  • Er­schlie­ßung al­ter­na­ti­ver Was­ser­quel­len: Zu­sätz­li­che Brunnen wurden gebohrt, um un­be­las­te­tes Grund­was­ser zu nutzen.
  • Intensive Forschung und Ent­wick­lung: Die Stadt­wer­ke in­ves­tie­ren in neue Tech­no­lo­gi­en zur PFAS-Ent­fer­nung, darunter Ak­tiv­koh­len und Io­nen­aus­tau­scher.

Aus­wir­kun­gen auf die Öf­fent­lich­keit

Die PFAS-Be­las­tung führte zu stei­gen­den Was­ser­kos­ten, da die Fi­nan­zie­rung der Maßnahmen teilweise durch Er­hö­hun­gen der Was­ser­prei­se gedeckt wurde. Durch eine offene Kom­mu­ni­ka­ti­on konnten die Stadt­wer­ke jedoch das Vertrauen der Be­völ­ke­rung bewahren und Ver­ständ­nis für die not­wen­di­gen Schritte schaffen.

Lang­fris­ti­ge Stra­te­gi­en

Zur nach­hal­ti­gen Sicherung der Trink­was­ser­qua­li­tät sind weitere In­ves­ti­tio­nen und eine enge Zu­sam­men­ar­beit mit Wis­sen­schaft, Politik und anderen Was­ser­ver­sor­gern notwendig. Die Stadt­wer­ke Rastatt setzen dabei auf:

  • den Ausbau von Red­un­dan­zen in der Was­ser­ver­sor­gung,
  • eine ver­stärk­te Ko­ope­ra­ti­on mit Experten,
  • die Ent­wick­lung neuer Tech­no­lo­gi­en zur Ent­fer­nung von kurz­ket­ti­gen PFAS.

Der Fall Rastatt zeigt, wie groß die Her­aus­for­de­rung durch PFAS ist. Dank in­no­va­ti­ver Lösungen und ent­schlos­se­nem Handeln der Stadt­wer­ke Rastatt konnte die Trink­was­ser­ver­sor­gung gesichert werden. Der Vorfall un­ter­streicht die Bedeutung von Forschung, recht­zei­ti­ger Reaktion und trans­pa­ren­ter Kom­mu­ni­ka­ti­on für eine nach­hal­ti­ge Was­ser­wirt­schaft.

Von den Er­fah­run­gen in Rastatt können Versorger lernen und sich auf PFAS-Fun­de im Rohwasser vor­be­rei­ten. Der Fall Rastatt bildet somit einen weiteren In­for­ma­ti­ons­bau­stein im Zu­sam­men­hang mit der BDEW-Hil­fe­stel­lung für den Umgang mit PFAS.


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